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Alpenbrevet Silbertour 2023

Gestern sind wir beim Alpenbrevet (alpenbrevet.ch) mitgefahren. Domi hat schon im 2022 daran teilgenommen. Wie damals, hat er uns auch dieses Jahr für die Silbertour angemeldet. Diese ist etwas über 100 Kilometer lang und hat 3200 Meter Steigung verteilt auf drei Alpenpässe. Die Route war gleich wie letztes Jahr.

Wir sind bereits am Vortag angereist und nachdem wir die Startnummer abgeholt hatten, gingen wir ins Dorf zum Znachtessen. Übernachtet haben wir dann im Auto. Martin und seine Frau waren auch da. Er hatte sich für die Platintour angemeldet!
Wie immer war Domi auch diesmal wieder nervös, aber am Morgen ging’s dann. Wir standen kurz vor 5 Uhr auf, haben gegessen und das Velo bereit gemacht. Um 6 Uhr ging es dann los. Es war noch kühl, aber im Gegensatz zum letzten Jahr war es trocken und der klare Himmel versprach einen sonnigen Tag. Wenn man bei Nacht und Kälte losfährt ist es manchmal schwierig, die Sonnencreme nicht zu vergessen.

Gegen die Kälte half der erste Anstieg hoch zum Gotthardpass. Der ist von Andermatt aus mit etwa 700 Höhenmetern nicht so hoch und auch nicht steil. Ein guter Anfang für die Tour, wie wir finden.

Eine fast endlose Linie von roten Lichtern schmückte den Aufstieg. Sehr schön anzusehen war auch die rote Linie der Goldtour-Fahrer, welche von Andermatt Richtung Oberalppass aufstiegen. Von Hospental sah man dort in der Ferne, die endlose rote Linie. Sehr beeindruckend.

Oben auf dem Pass angekommen, küsste die Sonne die ersten Berggipfel. Was für ein Anblick!

Es folgte die saukalte Abfahrt nach Airolo. Domi hatte auf dem Pass oben alles angezogen was er dabei hatte. Ich war froh, in der Tasche zu stecken, dort drin war es schön windstill und warm. Leider führte die Abfahrt über die Passstrasse und nicht die Tremola hinunter. Das Kopfsteinpflaster war letztes Jahr bei der Nässe eine angenehme Herausforderung für alle Fahrer und Fahrerinnen.
In Airolo war dann der erste Verpflegungsposten. Domi war ziemlich durchgefroren und da wir eh noch mehr als genug Futter dabei hatten, machten wir nur eine kurze Pause. Aufwärmen konnte er sich auf dem Aufstieg zum Nufenenpass noch genug. Ziemlich bald konnte Domi dann die Jacke und die Beinlinge zu mir in die Tasche stecken. Es wurde ziemlich eng da drin, deshalb hat er mich dann in die Trikottasche genommen. Das Bedrettotal war bei diesem Wetter herrlich schön und die erste Hälfte des Aufstiegs war ein Genuss. Ich fand auch die zweite Hälfte super schön, aber Domi fluchte, weil sein Magen wieder nicht so wollte wie er (scheint irgendwie häufiger der Fall zu sein ;-)). Er machte deshalb hie und da eine kurze Pause zum Essen und kämpfte sich im Schneckentempo die restliche paar Kilometer zur Passhöhe durch. Ich nutzte die Pausen für ein Foto.

Er dachte, es würde besser gehen, wenn er zum essen kurz anhält und nicht während der Fahrt ist. Keine Ahnung ob das stimmt, aber manchmal kommt er komische Ideen und hey, schlussendlich hatten wir den Aufstieg geschafft, so falsch konnte es also nicht gewesen sein. Er war sich aber nie sicher, ob er zu viel oder zu wenig ass. Vielleicht war es auch einfach das falsche. Wer weiss, irgendwann wird er’s lernen.
Weitere 1300 Höhenmeter lagen hinter uns. Belohnt wurden wir mit einem fantastischen Ausblick über die Walliser- und Berner Alpen.

Auf der Abfahrt (diese war zum Glück nicht mehr ganz so kalt wie die erste) konnte sich Domis Magen dann ein bisschen beruhigen. Im Tal unten in Ulrichen war dann auch schon der nächste Verpflegungsposten. Es herrschte Hochbetrieb denn auch die ersten Fahrer der Platintour waren dort. Martin kreuzte ich kurz vorher in der Abfahrt vom Nufenenpass. Er hatte da schon den Susten- und Grimselpass hinter sich gebracht.

Weil danach der Aufstieg zum Furkapass folgte und dieser fast so hoch und steil werden würde wie der vorherige zum Nufenenpass, wollte Domi beim Verpflegungsposten so lange Pause machen, bis er sich wieder wohl fühlte. Er tigerte etwas herum, trank eine Buillon, ass Brot, füllte Wasser in seine Flasche und nach etwa einer halben Stunde machten wir uns ganz gemütlich wieder auf den Weg. Das Alpenbrevet ist ja schliesslich eine Rundfahrt und kein Rennen. Die längere Pause hatte sich anscheinend gelohnt, Domi fühlte sich so gut wie noch nie an dem Tag und in seinem Übermut verlor er dann auch noch die Wasserflasche. Tja, wer so ungeschickt ist, muss dann halt anhalten, umkehren und die Flasche wieder holen. Zum Glück lag sie auf dem Trottoir und nicht auf der Strasse (welche in diesem Abschnitt nicht sehr gemütlich war).
Nach ein paar flachen Kilometern begann in Oberwald dann der Anstieg zum Furkapass. In diesem Teil hatte es enorm viele Töfffahrer. Viele davon rücksichtsvoll, überholen mit Abstand und Anstand. Herzlichen Dank euch allen für eure Rücksicht! Aber leider gibt es von den anderen Sorte immer noch viel zu viele. Scheinbar glauben diese, mit ihren lärmigen Maschinen irgendjemanden beeindrucken und können. Sie rollen auf gleiche höhe und geben dann so übertrieben Gas, dass der Lärm uns schier von der Strasse fegt. Hört doch bitte auf damit. Das ist soooo 1990! Als in Gletsch die Strasse zum Grimselpass von der Furkapassstrasse abzweigte, liess aber die Töffdichte merkbar nach und das Fahren wurde viel angenehmer.

Für den letzten Aufstieg von etwa 1100 Höhenmetern hatte Domi sich eine neue Ernährungsstrategie ausgedacht. Er hielt immer nach 150 Höhenmetern ganz kurz an, ass von seinen selbstgemachten Flapjacks und trank nur Wasser dazu. Keine Gels, keine anderen Riegel und keine Kohlenhydratgetränke mehr. Diese Strategie hat sehr gut funktioniert. Trotz den recht häufigen Stops konnten wir konnten wir ganz viele andere Fahrer und Fahrerinnen überholen. Für die gute Stimmung sorge aber sicher auch das Wissen, dass dies der letzte Anstieg war. Und auch hier war der Ausblick wieder wunderschön.

Gegen Ende hielten wir dann nur noch alle 200 Höhenmeter und schon sehr bald waren wir auf der letzten Passhöhe.

Jetzt fehlte nur noch die knapp 20 Kilometer lange Abfahrt nach Andermatt. Nachdem wir einen (mit Passtrassen offensichtlich überforderten) holländischen Autofahrer in einem gekonnten Manöver endlich überholen konnten, war die Abfahrt dann die verdiente Belohnung. Im unteren flachen Teil zwischen Realp und Andermatt konnten wir uns dann einer Zweiergruppe anschliessen, und wir vier harmonierten dann wunderbar mit Arbeiten vorne und Ausruhen im Windschatten hinten. In hohem Tempo näherten wir uns dem Ziel.

Insgesamt waren wir langsamer als letztes Jahr. Die Zeit verloren wir wahrscheinlich im oberen Teil am Nufenenpass und bei der längeren Pause in Ulrichen. Aber was spielt das für eine Rolle? Die Strecke und das Wetter waren toll, und wenn immer möglich, sollte man das geniessen und auch mal anhalten und die Gegend auf sich wirken lassen. So geht das.

Gegen Abend kam dann auch Martin ins Ziel. Wir waren dann aber schon abgereist. Er hat die 5 Pässe, über 7000 Höhenmeter und fast 270 Kilometer erfolgreich hinter sich gebracht. Grössten Respekt und herzliche Gratulation ihm und allen anderen Finishern der Platintour, und überhaupt jedem und jeder, welche durchs Ziel gefahren sind!

TORTOUR Gravel 200

Letztes Wochenende waren wir auf der Tortour Gravel 200 (https://www.gravel.tortour.com/gravel-200/). Eine organisierte Gravel-Fahrt, dieses Jahr von Adelboden nach Mellingen. Das war einer der Höhepunkte dieser Saison. Hat riesig Spass gemacht! Aber alles der Reihe nach.

Am Freitag traf sich der ganze Tross, etwa 100 Leute, in Mellingen, wo die Velos in die Anhänger verladen wurden und die Leute sich in die beiden Cars davor gepfercht hatten. Damit fuhren wir (im Schneckentempo) nach Adelboden. Auf dass die Heimfahrt besser werde!
Das Wetter war ziemlich mies, es regnete und von der Aussicht, die man vom Hotel «The Cambrian» in Adelboden haben soll, haben wir leider nichts gemerkt. Vor dem Abendessen hatten wir noch kurz Zeit, die Sauna, das Dampfbad und den Pool zu benutzen. War auch nicht verkehrt, nach dieser fast dreistündigen Tortur Carfahrt.

Nach dem (leider nur mittelprächtigen) Abendessen gabs noch ein kurzes Briefing von Mario, der die ganze Sause hervorragend organisiert hatte und nach der Gruppeneinteilung (ja, wir schrieben uns für die schnellste Gruppe ein), ging’s dann auch schon zurück ins Zimmer. Ach ja, noch gar nicht erwähnt: Martin war auch dabei! Mit ihm haben wir das Zimmer geteilt. Seine Idee war es, überhaupt an dieser Fahrt teilzunehmen. Danke dafür! Und das meine ich ganz unironisch!

Viel geschlafen habe ich in dieser Nacht nicht. Aber das war auch nicht anders zu erwarten. Und der Wecker ging auch schon saufrüh los. Guck!
Noch kurz frühstücken und so viel reindrücken wie es geht, dann packen und ab zu den Velos! War ein ziemliches Gewusel, aber eine tolle Stimmung unter all den Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Das Wetter war feucht, es hatte gerade aufgehört zu regnen, und ziemlich kühl war es auch. Es gab noch einen Fototermin und dann ging es auch schon los.

Unsere Espresso-Gruppe (so nannten sich die schnelleren beiden Gruppen), wir waren 16 Leute, angeführt von Reto, fuhr als erste los. Die Kälte steckte uns noch ein bisschen in den Knochen, aber nach einer kurzen Abfahrt folgte ein steiler Aufstieg, und sofort war die Kälte verschwunden. Die Fahrt bis nach Frutigen hatte immer wieder Aufstiege und Abfahrten, war ziemlich abwechslungsreich. In Frutigen konnte ich dann die Arm- und Beinlinge ausziehen, es war viel wärmer geworden. Und Regen war auch kein Thema mehr. In Allmendingen bei Thun trafen wir dann das erste Mal das Begleitfahrzeug und wir konnten die überschüssigen Kleider ins Fahrzeug geben.
Kurz was essen, die Bidons füllen und dann ging’s auch schon weiter. Nach einer kurzen Fahrt durch Steffisburg liessen wir die Zivilisation wieder hinter uns und stiegen auf nach Eriz. Das war der längste Aufstieg an diesem Tag, aber es ging ziemlich gut. Der letzte Teil war dann auch auf einem richtig schönen Schotterweg. Oben angekommen freuten wir uns auf die Abfahrt nach Schangnau und etwas später in Wiggen, überfielen wir den dortigen kleinen Imbiss. Die waren auf so viel Espresso-machen auf einmal nicht vorbereitet, aber haben sich hervorragend geschlagen 🙂 Sandwiches hatten sie aber trotzdem keine mehr…
Kurz wieder alles «aufmunitionieren», Bidons füllen, Essen in den Trikottaschen prüfen, Pipipause und weiter gehts! Es folgte der geilste Teil der Tour. Die schmalen Kieswege bis nach Schüpfheim und dann der Emmen-Uferweg bis nach Wolhusen waren der Hammer! Wir hatten einige technisch begabte Fahrer und auch eine Fahrerin in der Gruppe, welche nur so über diese Wege rauschten und der Esel und ich haben immer versucht an ihnen dran zu bleiben. So schlecht ist uns das auch gar nicht gelungen. Sie hatten nie mehr als ein paar Sekunden Vorsprung. Das war wirklich toll!

In Wolhusen angekommen war bei einigen dann etwas die Luft draussen und wir machten einen kurzen Halt in der Bäckerei. Auch diese war auf den Ansturm auf ihre Kaffeemaschine nicht vorbereitet. 🙂 Aber auch dort ging es sehr effizient zur Sache und innert kürzester Zeit hatten alle ihr braunes Gebräu der Begierde erhalten.

Der Rest des Weges entlang der Emme und der Reuss war dann technisch nicht mehr so anspruchsvoll, aber trotzdem sehr schön zu fahren. In Root, wo wir noch einmal kurz das Begleitfahrzeug trafen, waren einige dann schon nicht mehr so frisch. Aber der Rest des Weges war nicht mehr so streng. Ab Hünenberg gleiteten wir in zwei Reihen, immer schön im Windschatten des Vordermannes, spulten wir nur so Kilometer um Kilometer ab, bis fast nach Bremgarten, wo wir die letzte Pause machten. Dann folgten wieder ein paar technische Abschnitte und manchmal mussten wir das Velo auch schultern.
Und dann waren wir auch schon da. Zurück in Mellingen, wo wir einen Tag zuvor in den Car gestiegen waren. Es kam uns wie eine Ewigkeit vor. Schon nur, wenn wir uns an den Morgen in Adelboden erinnerten. So viel hatten wir auf dieser wirklich tollen Tour erlebt. Kleine Pannen, einige Stürze, aber zum Glück keine ernsthaften Zwischenfälle. Mein Velo war wie immer die Treue selbst. Keine Panne, kein Defekt, so wie es sein soll. Nur die Gummis an den Griffen sollten wir nur wirklich langsam ersetzen. Oder war meint ihr?

Im Ziel in Mellingen haben wir dann alle zusammen noch etwas getrunken, wir waren glücklich, aber um ehrlich zu sein, fehlte noch etwas. Der Kilometerzähler zeigte 192.5km. Die Beine waren noch gut. Der Magen auch (wieder). Energiereserven waren da. Regenjacke hatte ich dabei, Licht auch. Also warum nicht noch die 37 Kilometer nach Hause mit dem Velo machen, statt wieder in die S-Bahn zu steigen? Gesagt, getan. Wir verabschiedeten uns von den anderen, dankten Reto für die tolle Führung auf dieser Tour und machten uns auf den Heimweg. Nach ein paar hundert Metern verabschiedeten wir uns dann auch von Martin. Auch er fuhr noch mit dem Velo nach Hause zurück.
Etwas Musik in einem Ohr fuhren wir glücklich und gemütlich (und tatsächlich auch bis am Schluss trocken) nach Hause… Was für ein toller Tag!

Und was haben wir gelernt? Aus den Fehlern auf der Säntis Classic wollte ich etwas lernen und habe mich auf dieser Tour anders ernährt. Keine Energieriegel. Gels nur für den Notfall. Selbstgemachte Flapjacks, Biberli, Aenisstängel und ähnliches waren angesagt. Und häufig, dafür in kleinen Häppchen essen. Das ist mühsam, wenn man alle 15 Minuten ans Essen denken muss. Aber selbst als ich in Escholzmatt ein kleines Tief hatte und sehr hungrig war, habe ich diese Strategie weiter durchgezogen und es hat funktioniert. Der Hunger verschwand irgendwann und müde wurde ich gar nie. Und immer auch ganz viel trinken (muss man ja, sonst bringt man das trockene Futter eh nicht runter). Iss und trink richtig, dann kannst Du ewig weiter fahren.

Anfängerfehler auf der Säntis Classic

Letzten Sonntag waren wir an der Säntis Classic Tour. Diese Rundfahrt startet in Weinfelden, führt das Toggenburg hinauf, über die Schwägalp und Urnäsch zurück nach Weinfelden.

Der Tag begann sehr früh, denn wir mussten zuerst noch nach Weinfelden, wo um 8 Uhr der Start unserer Gruppe war. Leider war es fast nicht möglich, von hier aus rechtzeitig mit dem ÖV nach Weinfelden zu kommen. Also fuhren wir mit dem Auto. Wir kamen rechtzeitig an und holten die Startnummer 421. Dann assen wir noch etwas, bereiteten das Velo vor und gingen dann zum Startgelände. Die Stimmung war super und auch das Wetter hätte besser nicht sein können.

Erstaunlicherweise war Domi den ganzen Morgen ziemlich locker und überhaupt nicht nervös. So kenne ich ihn gar nicht in solchen Situationen :-).

Domi wollte diesmal etwas anders machen als sonst: Von Anfang an auf eine gute Kohlehydratzufuhr achten. Irgendwo hat er mal die Menge von 60 Gramm pro Stunde aufgeschnappt. Daran orientierte er sich. Oder versuchte es zumindest…

Anfangs klappte es recht gut. Mit Gel und Riegel konnte er die 60g tatsächlich futtern. Normalerweise isst er weniger. Aber wenn Du den Beitrag unserer Tour nach Strassburg gelesen hast, weisst Du, dass das auch mal nach hinten losgehen kann.

Die Strecke war wirklich wunderschön. Vorwiegend auf Nebenstrassen fuhren wir Richtung Süden. Immer mal wieder zeigte sich der Säntis, an dessen Fuss die Schwägalp, der Höhepunkt der heutigen Tour liegt.

Nach etwa eineinhalb Stunden, begann Domi sich unwohl zu fühlen. Er musste die Gruppe ziehen lassen und fiel in der Steigung zwischen Wattwil und Krummenau etwas zurück. Als Reaktion darauf nahm er von einem Kohlehydratgel. Ein Fehler? Kurz darauf, zehn Kilometer früher als wir erwartet hatten, kam der Verpflegungsposten. Ich hätte einen Bären verdrücken können, aber Domi hatte keinen Appetit. Er füllte nur die Trinkflasche auf und fuhr dann weiter. Der nächste Fehler, wie sich später zeigen sollte.
Es folgte der Aufstieg zur Schwägalp. Eine wunderschöne Strecke, sehr überschaubare Steigung, ein wahrer Genuss. Ehrlich! Und es ging uns auch ziemlich gut auf diesem Teil.

Die Schwägalp kam früher als erwartet. Oben auf der Passhöhe kam wieder ein Verpflegungsposten. Die Auswahl war riesig! Brot, Suppe, Früchte, Riegel, alles gab es und Domi hat diesmal auch ein bisschen gegessen.


Es folgte die wunderschöne Abfahrt nach Urnäsch. Wir haben uns einer Gruppe von etwa fünf Fahrern angeschlossen, mit denen konnten wir abwechslungsweise vorne Arbeiten und dann hinten im Windschatten ausruhen. Das war richtig cool! Wie die Profis. Leider verloren wir dann in einer Steigung ein paar Leute, worauf wir dann nur noch mit einem Partner weiterfuhren. Aber auch mit ihm funktioniert das abwechslungsweise Arbeiten und Ausruhen super und wir kamen gut voran.

Etwa 30km vor dem Ziel beklagte Domi sich, dass er Hunger hatte. Ich sagte ihm, er soll doch etwas essen! Aber das, was er dabei hatte (Riegel), mochte er nicht. Er sagte, sie hängen ihm Hals raus! Also hat er nur viel getrunken aber nichts gegessen. Dabei weiss man doch, dass man allerspätestens, wenn man Hunger hat, dringend essen muss! Besser schon vorher. Er dachte, er würde die restlichen Kilometer auch noch nur mit trinken schaffen.

20km vor dem Ziel kam wieder ein Verpflegungsposten. Leider war dort die Auswahl nicht mehr ganz so gross, und Domi trank wieder nur etwas. Er fühlte sich nicht mehr so wohl. Das war sicher, weil er zu wenig gegessen hatte! «Nur noch 20 Kilometer», sagte er, » das schaffen wir auch so!»

Und wir schafften es. Aber es war kein Genuss mehr. Die letzten 10 km wurden sehr hart. Warum ass er nichts?

Erleichtert erreichten wir das Ziel! Es war eine wunderschöne Tour, perfekt organisiert und bei super Wetter. Domi brauchte im Ziel einige Zeit, bis er sich wieder wohler fühlte. Aber schliesslich ist alles gut gegangen.

Und was haben wir gelernt? Domi hat zum ersten mal versucht, sich nur mit Riegel und Gel (und natürlich Getränken) zu versorgen. Solche Experimente sollte man nicht auf langen Touren machen. Besser auf kürzeren Strecken. Obwohl… da hätten wir vielleicht nicht gemerkt, dass das keine so gute Idee ist…
Hätten wir andere Sachen zu essen dabei gehabt, hätte er vielleicht davon gegessen und das hätte uns auf den letzten Kilometern nicht so ausgebremst. Wir sind noch auf der Suche nach der richtigen Sache und vor allem, nach der richtigen Menge. «Trial and error» nennt sich das. Entweder man gewinnt, oder man lernt 🙂

Und wie ernährt ihr euch so auf langen Touren? Schreibt’s doch in die Kommentare!